Youtube Channels als Customer Care Tool

13.07.2010 | BtoB-Marke, Digitale Medien, Nicht kategorisiert, | Autor: Matthias Heft

Für viele Marketingentscheider in Unternehmen ist Youtube immer noch eine Plattform, auf der Heranwachsende mehr oder minder lustige Filmchen von skateboardfahrenden Hunden veröffentlichen und diese mit ebenso unkreativen Kommentaren versehen (”Wie cool ist das denn?”).
Schaut man einmal genauer hin, wie eben jene Heranwachsende Youtube als allumfassende verfilmte Bedienungsanleitung für die Welt nutzen, findet man wirtschaftlich durchaus interessante Anregungen fürs Marketing. Nehmen wir beispielsweise einen Schüler, der für seine Projektarbeit eine Bildbearbeitung vornehmen will, das entsprechende Bildbearbeitungsprogramm aber nicht ausreichend beherrscht. Hätte er vor Jahren noch zum Telefonhörer gegriffen, um Experten im Bekanntenkreis zu dem Thema zu konsultieren, geht er heute online, tippt einige Stichworte ins Youtube-Suchfeld und findet in wenigen Sekunden eine verfilmte Lösung für sein Problem. Zeitgemäße Customer Care Programme setzen Youtube heute sehr effektiv als Kostensenker ein. “If it costs $50 every time a member of your staff picks up the phone, imagine 100 clicks on a ‘how-to-video’ as a cost saving”. Die Einsatzzwecke im Servicebereich sind nahezu unendlich – von der verfilmten Einbauanleitung für Sanitärprodukte bis hin zum Online Sales Argumenter für den Außendienst.
Die Nutzung firmeneigener Youtube Channels als Customer Care Tool ist aber nur ein Aspekt der erfolgreichen Nutzung von social media. Bewertet man den positiven Kommentar eines angesehenen Bloggers zu einem Ihrer Beiträge – z.B. einem Produktfilm auf Ihrem Youtube Channel – einmal monetär, so wird schnell klar, dass diese Multiplikatoren als unentgeltliche Botschafter Ihrer Marke auftreten. Auf diese Weise tritt “earned media” an die Stelle von “paid media”.

Aufbauanleitung Vaude

09.07.2010 | Nicht kategorisiert, | Autor: Jörg Dambacher

Es gibt sie noch, die Geschichten, die einem den Glauben an das, was man tut, wieder zurück geben. Gestern wahrhaftig passiert bei einem unserer langjährigen Auftraggeber. Erstens kam unser lieber und liebenswürdiger Ansprechpartner, seines Zeichens verantwortlich im Hause für Marketing und Kommunikation, leicht zu spät ins Meeting, was an und für sich nichts besonderes ist (ich hoffe er verzeiht mir die kleine Spitze).

Seine Begründung war jedoch hoch interessant: Angesichts der seit einiger Zeit leicht angespannten finanziellen Situation des Unternehmens hatte man sich mit Banken und Beratern zusammen gesetzt und darüber beraten, wie man wohl zu einer etwas positiveren Darstellung der Zahlen in der Bilanz kommen könne. Und was schlagen die Herren in den Nadelstreifen ausgerechnet vor? Man könne doch mal den Markenwert ermitteln und diese Bewertung in die Bilanz einfließen lassen, was bei positivem Ausgang exakt den nicht nur kosmetischen Effekt haben würde, den man sich wünsche! Und was macht der Vorstand, der auf diesem Ohr seit Jahren so was von taub ist? Er gibt das Marken-Rating für viel Geld in Auftrag!

Kein Grund für Genugtuung, ein Hoffnungsschimmer allemal. Scheint am Ende des Tages doch selbst in der Finanzwelt langsam die Einsicht einzukehren, dass es neben Aktiva, Passiva, EBIT und PBT in Unternehmen noch andere Werte gibt.

Und der zweite Motivationsschub folgte sogleich: Die Broschüre, die wir gemeinsam mit viel Herzblut und Engagement in den Frühlingswochen erstellt hatten, veranlasste einen Einkäufer eines wichtigen Fachhändlers zu einer erstaunlichen Aussage. Das Thema der Broschüre war ein spezielles Anwendungsgebiet, für das unser Kunde Teile seines Programms adaptiert und entwickelt hatte, ohne das bisher explizit darzustellen.

Wie normalerweise üblich, ließ der Vertriebsmitarbeiter nach einem Besuch die Broschüre zur vertiefenden Information liegen. Und was macht der Einkäufer? Er liest! Und ist nach der Lektüre so von den ernsthaften Absichten unseres Kunden überzeugt, dass er beschließt, dessen Produkte künftig ins Sortiment aufzunehmen und andere Anbieter dafür auszulisten. Da sage noch einer, Werbung würde nichts bewirken. Diese Broschüre ist damit jeden Cent wert, den sie gekostet hat. Und noch viel mehr.

Es ist jetzt zwar erst 9 Uhr 17 an einem heißen Freitag im Juli, aber ich denke ich mache jetzt einfach mal etwas früher Feierabend!